Fasten in Äthiopien: Warum die Küche so vegan ist

Ein großer Teil der äthiopischen Küche ist von Natur aus vegan – dank jahrhundertealter Fastentraditionen. Wir erklären den Zusammenhang.

Viele Gäste sind überrascht, wie viele vegane Gerichte die äthiopische Küche kennt. Der Grund liegt tief in der Kultur: den Fastentraditionen der äthiopisch-orthodoxen Kirche.

Fasten als Lebensrhythmus

Gläubige der äthiopisch-orthodoxen Kirche fasten an sehr vielen Tagen im Jahr. An diesen Fastentagen wird auf tierische Produkte – Fleisch, Milch, Eier, Butter – verzichtet. Über Jahrhunderte hat das eine reiche, rein pflanzliche Kochkunst hervorgebracht.

„Beyaynetu" – der Fastenteller

Das beste Beispiel ist das Beyaynetu: ein großer Teller mit einer bunten Auswahl veganer Gerichte, gemeinsam serviert auf Injera. Typische Bestandteile sind:

  • Misir Wat – würzige rote Linsen,
  • Shiro – cremiges Kichererbsenpüree,
  • Gomen – geschmorter Blattkohl,
  • Atkilt – Kartoffeln, Karotten und Kohl,
  • frische Salate und eingelegtes Gemüse.

Genuss ohne Verzicht

Was als religiöse Praxis begann, ist heute ein Grund, warum die äthiopische Küche bei Veganerinnen und Vegetariern so beliebt ist. Die Gerichte sind sättigend, aromatisch und vielfältig – von Verzicht keine Spur.

Bei Lalibela in Kreuzberg ist ein großer Teil unserer Karte vegan oder vegetarisch. Wer pflanzlich isst, findet bei uns keine Ausnahme, sondern eine ganze Welt an Aromen.