Die äthiopische Kaffeezeremonie: Buna in drei Runden

Kaffee wurde in Äthiopien entdeckt. Die traditionelle Kaffeezeremonie ist bis heute ein Ritual der Gastfreundschaft – wir erklären, wie sie abläuft.

In Äthiopien ist Kaffee weit mehr als ein Getränk. Die Kaffeezeremonie – „Buna" genannt – ist ein soziales Ritual, das Familie, Freunde und Gäste zusammenbringt und oft über eine Stunde dauert.

Äthiopien gilt als Ursprungsland des Kaffees, und kaum irgendwo wird er mit so viel Hingabe zelebriert. Eine Einladung zur Buna ist ein Zeichen von Respekt und Freundschaft – sie auszuschlagen, gilt als unhöflich.

Röstung, Duft und frische Bohnen

Die Zeremonie beginnt mit dem Waschen und Rösten grüner Kaffeebohnen in einer Pfanne über offener Flamme. Der Duft füllt den Raum; die Gastgeberin trägt die rauchende Pfanne herum, damit alle den frischen Röstduft aufnehmen können. Anschließend werden die Bohnen von Hand in einem Mörser zerstoßen.

Drei Runden: Abol, Tona, Baraka

Der gemahlene Kaffee wird in einer traditionellen Tonkanne, der Jebena, aufgekocht und in kleine, henkellose Tassen gegossen. Serviert wird in drei Runden mit eigenen Namen:

  • Abol – die erste, stärkste Runde.
  • Tona – die zweite Runde.
  • Baraka – die dritte Runde, deren Name „Segen" bedeutet.

Dazu werden oft frisch gepopptes Popcorn, geröstete Gerste oder ein Stück Brot gereicht. Weihrauch verbreitet einen feierlichen Duft.

Ein Stück Buna in Berlin

Bei Lalibela in Kreuzberg möchten wir diese Kultur der Langsamkeit und Gastfreundschaft spürbar machen. Frisch aufgebrühter äthiopischer Kaffee gehört für uns ebenso dazu wie das Essen selbst – ein Moment zum Innehalten und Teilen.